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Unser Weg beginnt beim Individuum.

Durch die  Zusammenführung von Entscheidung, Ausführung und Konsequenz möchte Purpose erfolgreiches und verantwortungsvolles Handeln auf allen Ebenen ermöglichen.

Wir setzen radikal auf die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung jedes Einzelnen. 
Wir gestalten erfolgreiche und effektive Organisationen auf der Grundlage von Vertrauen. 

Diese Prinzipien wenden wir auf zwei Aspekte an, die heute oft entgegengesetzt gelebt werden: Eigentum und Organisationsstrukturen. Das Ergebnis ist: Purpose Eigentum und Purpose Management. Verantwortungseigentum und Selbstorganisation. Auf diesem Weg begleiten wir Start-ups und KMUs. 

Purpose Eigentum

Purpose Eigentum heißt: Das Unternehmen gehört sich selbst.  Purpose verbindet Eigentümerschaft und Unternehmerschaft. Es macht aus Fremdbestimmung Selbstbestimmung und stellt sicher, dass Gewinne dem Unternehmen dienen und nicht der Vermehrung von Privatvermögen.

Unternehmen sind im Verständnis von Purpose Zusammenschlüsse von zusammenarbeitenden Menschen. Menschen kann man nicht besitzen. Zusammenarbeitende Menschen auch nicht.

Eigentum ermöglicht in einem Unternehmen heute dazu...

...zu entscheiden (Verfügungsrecht)
…Gewinne zu ziehen (Fruchtziehungsrecht)
…das Unternehmen zu verkaufen (und zu zerstören).

Purpose differenziert diese Eigenschaften des Eigentums.

Entscheiden sollten immer die können, die das Unternehmen leiten.
Wieso? Das schafft Eigenverantwortung bei den Unternehmern und damit erfolgreicher und verantwortlicher agierende Unternehmen. Es ermöglicht eine langfristige Orientierung statt eines Getriebenseins von den Launen und Entscheidungen von nicht involvierten Shareholdern. Damit schafft Eigenverantwortung die Grundlage für Innovation.


Erfolgreiche Beispiele: Die meisten großen Unternehmen im Silicon Valley machen intuitiv genau das: Die Mehrheit der Stimmrechte wird vom Management gehalten. (Wieso z.B. Google das macht, erklärt der Gründer Larry Page im Shareholder-Letter. Er ist überzeugt, dass sie so innovativer sind)

Gewinne sind Saat für die Zukunft, nicht Selbstzweck.
Wieso: Dass Unternehmen Gewinne machen, verdanken sie ihren Mitarbeitern, dem Unternehmergeist Einzelner und der Infrastruktur der Gesellschaft. Purpose-Unternehmen führen ihre Unternehmen nicht, um ihr Privatvermögen zu erhöhen, sondern einen Purpose zu verfolgen. Grundlage dafür sind auch Gewinne.
Diese Umkehrung der üblichen Zweck-Mittel-Relation heißt für uns: Typische Gewinnbezugsrechte sind nicht an die Unternehmer-Eigentumsrechte (also die Stimmrechte) gekoppelt. Gewinne bleiben im Unternehmen, werden gespendet oder können - in zinsähnlicher Form - an stimmrechtslose Investorenanteile geknüpft werden. Sie werden nicht privatisiert. Entscheidungsrechte sind von Gewinnrechten getrennt. Denn Purpose bedeutet, Entscheidungen nach Sinn und nicht Gewinn zu treffen.

Erfolgreiche Beispiele: Zeiss, Bosch, Globus, dm  - viele Unternehmen haben rechtlich sichergestellt, dass Gewinne als Saat und nicht Privatvermögen betrachtet werden.

Unternehmen sind keine Ware - Purpose-Unternehmen gehören sich selbst.
Wieso: Immer mehr Menschen möchten heute für einen Sinn arbeiten und nicht nur für Geld. Unternehmen versprechen das in Marketingslogans immer mehr, aber jeder weiß: Letztlich gehört das Unternehmen den Eigentümern, die es jederzeit gewinnbringend veräußern können. Wir arbeiten also doch für das Geld von anderen. Bei Purpose-Unternehmen arbeiten Menschen gemeinsam für einen Purpose  - das geht nur, wenn ihre Arbeitsinvestition später nicht von anderen für private Zwecke monetarisiert werden kann. Deswegen sind Purpose-Unternehmen nicht vererbbar oder verkäuflich. Verfügungsrechte gehören denen, die dafür Verantwortung übernehmen. Verkaufsrechte gibt es nicht. Dadurch wird die Mission des Unternehmens langfristig gesichert und Übernahmeangriffe werden unmöglich.

Erfolgreiche Beispiele: Alle großen Stiftungsunternehmen (Bosch, Zeiss, Bertelsmann, dm, Carlsberger) haben diesen Punkt umgesetzt und das sehr erfolgreich. Prof. Colin Mayer von der Universität Oxford konnte sogar aufzeigen, dass Stiftungsunternehmen deutlich länger leben als Unternehmen in herkömmlichen Eigentumsstrukturen.

Kurz zusammengefasst

Die Purpose-Prinzipien

Eigentümerschaft = Unternehmerschaft
Profit = Mittel nicht Selbstzweck

Investoren erhalten Dividendenrechte, aber keine Stimmrechte. Purpose-Unternehmen sehen Gewinne als Saat für Neues nicht als Selbstzweck. Sie können sich erfolgsabhängige Tantiemen zahlen, aber ihre Stimmrechte sind von Gewinnrechten entkoppelt.

Stimmrechte gehören immer denen, die die Geschäfte leiten und verantworten. Scheidet ein Unternehmer aus, so übergibt er seine Kontrollrechte (Eigentum) an einen nächsten, der sich mit der Sache und der Idee verbinden kann. An externe Dritte kann das Eigentum weder vererbt noch verkauft werden.

Diese Purpose-Regeln werden im Gesellschaftsvertrag aufgenommen und stellen so sicher, dass diese eingehalten werden. Damit die jeweils aktuellen Unternehmer die Regeln nicht aushebeln können werden 1% der Stimmrechte an die Purpose Stiftung gegeben und die Purpose-Regeln-Änderungen einer 100% Zustimmung unterstellt.

Die Stiftung ist per Satzung beauftragt, einer Abschaffung der Purpose-Regeln nicht zuzustimmen. Dadurch wird eine rechtliche Form geschaffen, die das Purpose-Verständnis bis ins rechtliche spiegelt: Unternehmen sind nicht für Gewinnmaximierung da, sondern gehören sich selbst bzw. denen, die es leiten.

Purpose Management

Purpose Management verändert die Grundannahmen der Zusammenarbeit: 
macht aus Angestellten Unternehmer, aus Hierarchie Augenhöhe, aus Funktionserfüllung Potenzialentfaltung und aus Abteilungen Teams.

Neue Zeit - neue Organisationsmodelle!
Das Menschenbild und die Grundannahmen der meisten Organisationsmodelle stammen aus einer vergangenen Zeit. Einer Zeit, die sich in ihren Bedingungen wesentlich von heute unterscheidet. 

Vertrauen und Eigenverantwortung statt Angst und Kontrolle
Purpose Management beschreibt Organisationsformen und Modelle der Zusammenarbeit, die statt Angst und Kontrolle, Vertrauen und Eigenverantwortung in den Mittelpunkt stellen. Es beschreibt eine Art und Weise, Unternehmen erfolgreich zu gestalten und dabei auf von sich aus motivierte und eigenverantwortliche Menschen zu setzen.

Agile Unternehmen für explodierende Komplexität
Durch Selbstorganisation kann in einer zunehmend komplexen Welt wieder erfolgreich Wert geschaffen werden. 

Fähigkeitenentwicklung für große Herausforderungen
Die Menschen können sich in einem Umfeld der Potenzialentfaltung voll für den Sinn eines Unternehmens einbringen. Es findet Zusammenarbeit auf Augenhöhe statt. Kooperation als eine zentrale Fähigkeit der Menschen wird möglich.

Sinn entsteht durch eigenverantwortliches Handeln
Wir glauben, dass Sinnorientierung eine Konsequenz aus individueller Verantwortungsübernahme ist. Die Rahmenbedingungen in der Organisation entscheiden über die Wahrscheinlichkeit für verantwortungsvolles Handeln. Purpose-Unternehmen teilen diese Ansicht und handeln danach!

Keine Patentrezepte
Hierbei gibt es keine Patentrezepte. Gemeinsam hat jede Form des Purpose Managements nur eines: Die Organisation und Zusammenarbeit ist so gestaltet, dass Entscheidung, Ausführung und Konsequenz zusammenkommen, damit echte Verantwortung bei jedem Einzelnen und im ganzen Unternehmen entsteht. 

Sinnvolle Kooperation für Wertschöpfung

Durch die stetig wachsende Zahl an Purpose-Unternehmen ergeben sich auch in der interorganisationalen Zusammenarbeit diverse Chancen. Purpose-Unternehmen können gemeinsam an relevanten Problemen der Gesellschaft arbeiten und zusammen verantwortlich handeln.

Unternehmen, die nicht mehr Profitmaximierung, sondern die Problemlösung und den Sinn in den Fokus ihres Handelns stellen, können eine neue Form der Zusammenarbeit leben. Wieso ein Patent oder Mitarbeiter einem anderen Unternehmen vorenthalten, wenn es dadurch wesentlich zur Erfüllung einer geteilten Mission beitragen kann?

Die Grenzen zwischen Unternehmen verschwimmen. Miteinander füreinander statt gegeneinander. Ein kooperatives Purpose-Netzwerk entsteht.

Prof. Dr. Birger Priddat

Recht ist eine späte Erfindung und Eigentum selbst eine Rechtsform.